Südgipfel der Felsenburg Šaunštejn gesperrt

Vysoká Lípa / Hohenleipa, Sommer 2020: Die böhmische Nationalparkverwaltung informiert, dass aufgrund der Baufälligkeit einiger Metallbrücken auf der Spitze der Felsenburg Šaunštejn zur Zeit nur der nördliche Teil des Felsens für Besucher zugänglich ist.  Die Verwaltung des Nationalparks rechnet mit einer Reparatur in den Jahren 2021 - 2022.

 

Von der Ende des 14. Jahrhunderts zum Schutz der Alten Böhmerstraße erbauten Burganlage sind heute noch Fundamente der hölzernen Aufbauten, ausgemeißelte Räume, eine große Zisterne sowie mehrere Felseinmeiselungen erhalten. Der derzeit zugängliche Nordteil des Gipfels in dieser Hinsicht besonders interessant. Der luftige Aufstieg lohnt sich also trotz des Hinweises! Die Aussicht ist Klasse und reicht vom Kaltenberg, über Rosenberg, Hoher Schneeberg bis ins Osterzgebirge. Ein wenig Vorsicht ist bereits im Aufstieg über die steilen Leitern angebracht!

 

 

Foto: dieser Teil des Burgfelsens ist derzeit offiziell gesperrt.


Tipp: Felsenburg Falkenštejn

Jetřichovice / Dittersbach: Die Felsenburg Falkenštejn befindet sich nur 10 Gehminuten vom großen Parkplatz in Jetřichovice entfernt. Von der einstigen, mittelalterlichen Felsenburg sind heute nur noch wenige Reste erhalten, an denen man jedoch gut den Aufbau der Burganlage nachvollziehen kann. Erhalten ist ein großer ausgemeißelter Raum, zahlreiche Balkenlager und in den Stein gehauene Treppenstufen. Schwer zu sehen ist der bemerkenswerte Brunnen. In einem Felsspalt gelegen, wurde er vermutlich circa 25 Meter tief in den Sandstein hineingetrieben.

Bis vor wenigen Jahren konnte der Felsen nur von kletterfreudigen Menschen bestiegen werden. Heute "ziert" ein überbordender, stählerner Rundgang das Gipfelplateau und erschließt den geschichtsträchtigen Platz für die Allgemeinheit. Vielleicht hätte es ein bisschen weniger auch getan...

Zur Geschichte der Burg ist nicht viel bekannt. Archäologen schätzen, dass der Burgfelsen seit Ende des 13. Jahrhunderts genutzt wurde. Bekannt ist, dass die Burg als Stützpunkt für Raubzüge diente. Seit 1406 war das Adelsgeschlechts der Berken von der Duba im Besitz der Burg. 1428 gelangte die Burg in den Besitz von Siegmund von Wartenbergk zu Tetschen.

Vermutlich wurde die Anlage im Zuge der Hussitenkriege zerstört oder einfach aufgegeben, denn in der Umgebung gab es noch weitere Burgwarten, die möglicherweise deren Aufgaben mit übernahmen. Durch die ausgeprägte Bearbeitung des Sandsteins blieb die Erinnerung an die Burg für uns erhalten.

 

Foto: Die Ansicht des Burgfelsens bevor dieser für Jedermann zugänglich gemacht wurde.

 


Zwei historische Jagdhütten im Nationalpark abgebrannt

Jetřichovice / Dittersbach, Mai 2020:

"Balzhütten (Na Tokani)"

Von Fürst Kinsky einst als Jagdhütten errichtet, waren die beiden großen Blockhäuser im Schweizerstil für viele Jahre beliebtes Wanderziel inmitten des böhmischen Nationalparks. Die als Kulturdenkmal geschützten Häuser gehörten zu einem Ensemble von sechs Blockhäusern. Ein Übergeifen der Flammen konnte verhindert werden, so dass die anderen Gebäude erhalten blieben und sogar zur Zeit wieder ein Imbissbetrieb im ehemaligen "Fürstenhaus" möglich ist. Es befindet sich ganz in der Nähe, am Ende der Zufahrtsstraße, 200 m weiter südwestlich.

 

Foto: Die historischen Balzhütten (Na Tokani) wie sie viele Jahre Wanderer zur Rast einluden.